{"id":57,"date":"2024-05-29T17:17:38","date_gmt":"2024-05-29T17:17:38","guid":{"rendered":"http:\/\/netzwerk-nachhaltige-wissenschaft.de\/?page_id=57"},"modified":"2025-01-17T14:34:36","modified_gmt":"2025-01-17T14:34:36","slug":"grundsaetze","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/netzwerk-nachhaltige-wissenschaft.de\/?page_id=57","title":{"rendered":"Grunds\u00e4tze"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Das Netzwerk Nachhaltige Wissenschaft (NNW) entstand im Mai 2024 im Zuge des Protests gegen das (novellierte) Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) aus der Initiative #ProfsFuerHanna. Wir wollen unsere privilegierte Position als Professor*innen nutzen, um Missst\u00e4nde in der Wissenschaftsorganisation und Hochschulpolitik zu benennen und zukunftsf\u00e4hige L\u00f6sungen zu erarbeiten. Wie andere bereits bestehende Initiativen fordern wir die Akteure der Wissenschaftspolitik auf, die Expertise der wissenschaftlichen Community ernst zu nehmen und die vielen durchdachten Vorschl\u00e4ge zu einer dringend n\u00f6tigen Reform des deutschen Wissenschaftssystems aufzugreifen, anstelle sie \u2013 wie j\u00fcngst bei der Novellierung des WissZeitVG \u2013 zu ignorieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Ein nachhaltiges Wissenschaftssystem<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>f\u00f6rdert verl\u00e4ssliche und dauerhafte Strukturen in der akademischen Arbeit,<\/li>\n\n\n\n<li>baut l\u00e4hmende Hierarchien und veraltete Organisationsformen ab und ermutigt zu Eigenverantwortung,<\/li>\n\n\n\n<li>setzt finanzielle Ressourcen sinnvoll und effizient ein,<\/li>\n\n\n\n<li>unterst\u00fctzt Forschung auch zu Themen, die nicht im Trend liegen oder kompliziert, riskant und langfristig angelegt sind,<\/li>\n\n\n\n<li>macht Wissensbest\u00e4nde allgemein und barrierefrei zug\u00e4nglich und sichert sie transparent f\u00fcr die Zukunft,<\/li>\n\n\n\n<li>geht offen mit Fehlern und Begrenzungen um, anstatt vorrangig den Anschein \u00fcberlegener Kompetenz zu pflegen,<\/li>\n\n\n\n<li>etabliert demokratische Strukturen der Vernetzung und Kommunikation statt immer schnellerer Zyklen von Konkurrenz und Wettbewerb,<\/li>\n\n\n\n<li>honoriert Forschungsleistungen anstelle von erfolgreichen Antr\u00e4gen und Drittmittelvolumen,<\/li>\n\n\n\n<li>w\u00fcrdigt den Inhalt von Publikationen statt ihrer Platzierung in Prestige versprechenden Zeitschriften,<\/li>\n\n\n\n<li>versteht Diversit\u00e4t als wesentliches Entwicklungsziel f\u00fcr die wissenschaftliche Arbeitswelt und wirkt Diskriminierungen systematisch entgegen,<\/li>\n\n\n\n<li>begreift die Hochschule als Reflexions- und Resonanzraum f\u00fcr gesellschaftliche Diskussionen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Um diese Ziele zu erreichen, sind folgende konkrete Schritte angezeigt:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">1.&nbsp;&nbsp; Erh\u00f6hung der Nachhaltigkeit von Besch\u00e4ftigungsstrukturen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Das Sonderbefristungsrecht, das es den akademischen Institutionen in Deutschland erlaubt, Wissenschaftler*innen \u00fcber Jahre auf Abruf zu besch\u00e4ftigen, ist in der jetzigen Form verfehlt und sch\u00e4dlich. Gegen befristete Promotionsstellen mit fachangemessener Mindestdauer ist wenig einzuwenden. Mit der Promotion ist die Qualifikation jedoch abgeschlossen. Danach w\u00e4ren Dauerstellen f\u00fcr Forschende und Lehrende ebenso angemessen wie in jedem anderen T\u00e4tigkeitsfeld auch. Das WissZeitVG muss in diesem Sinn grundlegend reformiert werden. Um zugleich zu verhindern, dass befristete Promotions- und Projektstellen genutzt werden, um das Arbeitsrecht zu unterlaufen, sollen akademische Einrichtungen insgesamt nur \u00fcber eine begrenzte Zahl von befristeten Stellen verf\u00fcgen k\u00f6nnen. Ein gutes Mittel hierf\u00fcr w\u00e4ren Befristungsh\u00f6chstquoten, die nicht den Status quo konsolidieren, sondern in Richtung arbeitsmarkt\u00fcblicher Befristungsanteile gehen. Ein Abbau von Befristungen (derzeit \u00fcber 80% der Anstellungsverh\u00e4ltnisse in der Wissenschaft) w\u00fcrde der vorherrschenden Prekarit\u00e4t in den akademischen Lebensl\u00e4ufen entgegenwirken und eine robuste und planbare Infrastruktur in Forschung und Lehre etablieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">2.&nbsp;&nbsp; Demokratisierung der Organisationsstrukturen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Die Praxis, wissenschaftliche Mitarbeitende als \u201aAusstattung\u2018 von Professuren zu betrachten, bindet Forschende mit eigenst\u00e4ndigen Profilen und Expertisen an die Konjunkturen von Berufungen und Amtszeiten und l\u00e4dt zu Machtmissbrauch ein. Zweifelsohne verlangen Forschungskontexte ebenso wie andere Bereiche der akademischen Arbeit klare Entscheidungs- und Weisungsbefugnisse. Verl\u00e4ssliche Verantwortungsstrukturen erfordern aber nicht zwangsl\u00e4ufig, dass sich viele unterschiedliche Entscheidungsrechte auf wenige Akteure konzentrieren. Forschungsorganisation und Dienstrecht m\u00fcssen entkoppelt werden. Die notwendige Verteilung von Lehraufgaben und administrativen T\u00e4tigkeiten an Instituten und Fakult\u00e4ten l\u00e4sst sich weitreichend \u00fcber die Personalstruktur regeln und in Arbeitsvertr\u00e4gen fixieren. Eine weitere wichtige Demokratisierung best\u00fcnde darin, die Professor*innenmehrheit in den Gremien akademischer Selbstverwaltung in eine Mehrheit der Forschenden und Lehrenden zu transformieren. Auch die Studierenden, die technischen und die Verwaltungsangestellten ben\u00f6tigen in den f\u00fcr sie essentiellen Bereichen gr\u00f6\u00dfere Mitsprache- und ggf. auch Vetorechte. Demokratische, gerechte und inklusive Entscheidungsstrukturen f\u00f6rdern die Eigenverantwortung s\u00e4mtlicher Mitglieder und die Resilienz des Systems.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">3.&nbsp;&nbsp; Erh\u00f6hung von Transparenz und Sicherheit in der wissenschaftlichen Zusammenarbeit&nbsp;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Um Machtmissbrauch vorzubeugen und die wissenschaftliche Qualit\u00e4t zu sichern, sollten die bei Qualifikationsarbeiten gew\u00f6hnlich miteinander verbundenen Rollen der Betreuung und Begutachtung voneinander und beide von der Vorgesetztenrolle getrennt werden. So werden unn\u00f6tig starke pers\u00f6nliche Abh\u00e4ngigkeiten reduziert. Die bestehenden schwachen und diffusen internen Compliance-Regularien m\u00fcssen durch ein robustes System von Vertrauensstellen, Beschwerde- und Sanktionsm\u00f6glichkeiten ersetzt werden, das von einzelnen akademischen Institutionen unabh\u00e4ngig ist. Nur so wird es m\u00f6glich, Machtmissbrauch, Korruption und Betrug auf s\u00e4mtlichen Ebenen der wissenschaftlichen Arbeit \u2013 vom Seminar bis zur Forschungskooperation \u2013 effektiv entgegenzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">4.&nbsp;&nbsp; Grundfinanzierung vor Projektwettbewerb<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Der Wettbewerb um steuerfinanzierte Drittmittel hat \u00fcberhandgenommen. Er schadet allen Beteiligten: den Projektleiter*innen, die oft mehr Zeit f\u00fcr Antragstellungen und Abschlussberichte aufbringen m\u00fcssen als f\u00fcr die eigentliche Forschung und sich in die Konjunkturen von Ausschreibungen und F\u00f6rderschienen einpassen m\u00fcssen; den Projektbesch\u00e4ftigten, deren Vertr\u00e4ge mit Projektende auslaufen, oft ohne dass die Forschungsarbeit abgeschlossen ist; den Hochschulen, die mit Projekt-Overheads nur unzureichend f\u00fcr ihre Infrastrukturkosten entsch\u00e4digt werden; den Steuerzahlenden, die statt Forschung zunehmend Antragsarbeit und Berichtswesen finanzieren. Die Alternative liegt auf der Hand: Forschungsf\u00f6rderung muss prim\u00e4r an die Grundfinanzierung von Forschungseinrichtungen gekoppelt werden, statt immer wieder aufs Neue kurzlebige Projekte anzusto\u00dfen. Ein solcher Wandel k\u00f6nnte auch dazu f\u00fchren, dass wieder eher die eigentlichen Forschungsleistungen als die eingeworbenen Forschungsmittel als Ausweis wissenschaftlicher Exzellenz gelten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">5.&nbsp;&nbsp; Frei zug\u00e4ngliche Wissenschaft<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Das derzeitige wissenschaftliche Publikationswesen wird von einigen wenigen, kommerziell ausgerichteten Akteuren (Verlagen) dominiert. Es setzt Fehlanreize f\u00fcr diese Verlage wie auch f\u00fcr die Wissenschaftler*innen und schadet der Transparenz und Qualit\u00e4t des wissenschaftlichen Diskurses. Eine Alternative skizzieren die Beschl\u00fcsse der europ\u00e4ischen Wissenschaftsminister*innen im Rat der EU vom 23. Mai 2023, die an allen akademischen Institutionen konsequent umgesetzt werden sollten. Eine von der Wissenschaft selbst geleitete Informationsinfrastruktur ist unerl\u00e4sslich f\u00fcr die Etablierung einer \u2018offenen Wissenschaft\u2019 (\u201cOpen Science\u201d). Die \u00f6ffentlichen Wissenschaftsorganisationen m\u00fcssen in die Wissenschaftspublikation einsteigen und sie f\u00fcr Lesende und Autor*innen kostenfrei und frei zug\u00e4nglich gestalten (\u201cDiamond Open Access\u201d). \u00d6ffentliche F\u00f6rdermittel f\u00fcr Open-Access-Publikation m\u00fcssen in den Aufbau dieser Infrastrukturen flie\u00dfen, statt \u00fcber Publikationsgeb\u00fchren die Gewinne privater Verlags-Konsortien zu finanzieren. Auch das wissenschaftliche Begutachtungsverfahren (\u201cpeer review\u201d) sollte weiterentwickelt werden, um Transparenz zu erh\u00f6hen und Missbrauch zu vermeiden; hierf\u00fcr bieten sich etwa offene und zitierbare Peer-Reviews als Mittel an.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">6.&nbsp;&nbsp; Abbau und Umbau von Wettbewerbsmechanismen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Das derzeitige System metrisierter Prestigekonkurrenz zwischen Individuen und zwischen Institutionen muss \u00fcberwunden werden. Die g\u00e4ngigen Metriken (Autor*innenschaften, Zitationen, h-Index, Impact Faktoren, eingeworbene Drittmittel) sind wenig valide und einfach manipulierbar. Es besteht ein erheblicher Fehlanreiz, m\u00f6glichst viel \u00f6ffentliches Geld f\u00fcr die eigene Forschung zu verbrauchen. Im Vordergrund der wissenschaftlichen Arbeit muss der glaubw\u00fcrdige inhaltliche Fortschritt stehen, nicht die Optimierung irref\u00fchrender Kennzahlen. Gute Leistungen in der Lehre m\u00fcssen ebenso wie die Gremienarbeit und Einsatz f\u00fcr den gesellschaftlichen Fortschritt angemessen gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Grundannahme, dass ein Wettbewerb der Standorte in seiner jetzigen Form die Qualit\u00e4t der wissenschaftlichen Arbeit f\u00f6rdert, mangelt es an Belegen, zumal die Mechanismen der Qualit\u00e4tskontrolle im System schwach sind. Zeitgem\u00e4\u00dfer und verantwortbarer w\u00e4re der kooperative Aufbau nachhaltiger Expertise und Strukturen \u00fcber Standorte hinweg, anstelle immer wieder neuer lokaler Zentren und Verbundprojekte, die in Reaktion auf Ausschreibungen und F\u00f6rderschienen entstehen und wieder verschwinden, ohne sich in das Ged\u00e4chtnis der Forschung einzuschreiben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">7.&nbsp;&nbsp; Schaffung besserer Bedingungen f\u00fcr Diversit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Professor*innen tragen eine besondere gesellschaftliche Verantwortung, die daf\u00fcr genutzt werden muss, eine demokratische, vielf\u00e4ltige und gerechte Gesellschaft zu gestalten. Ein barrierefreier und inklusiver Zugang zu Professuren, Arbeits- und Studienpl\u00e4tzen ist rechtlich festgeschrieben, aber noch lange nicht praktisch etabliert. Universit\u00e4re Einrichtungen und akademische Forschung profitieren nicht von Homogenit\u00e4t, sondern von Menschen mit vielf\u00e4ltigen Lebensl\u00e4ufen \u2013 auch an ihrer Spitze. \u201cFirst Generation\u201d Profs und Studierende sind an Hochschulen noch immer deutlich unterrepr\u00e4sentiert. Auswahlkommissionen sollten Bildungs- und Chancengerechtigkeit als wesentliches Kriterium und nicht nur als Begleitumstand verstehen und pers\u00f6nliche Herausforderungen wie auch die Gesamtheit gesellschaftlicher Leistungen (z. B. Pflege und Kindererziehung, aber auch zivilgesellschaftliches Engagement) angemessen ber\u00fccksichtigen. Wissenschaftler*innen und Studierende, die in ihrem Sprachgebrauch m\u00f6glichst viele und verschiedenartige Menschen abbilden, m\u00fcssen sicher vor Nachteilen sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">8.&nbsp;&nbsp; Gesunde Arbeitsbedingungen und realistische Erwartungshorizonte<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Wissenschaftler*innen in fr\u00fchen Karrierestadien sehen sich h\u00e4ufig gezwungen, zur Selbstbehauptung im System \u00fcber zumutbare Grenzen hinaus zu arbeiten. Auch viele Professor*innen werden durch Aufgabenh\u00e4ufung sowie die Verantwortung f\u00fcr Projekte und befristete Mitarbeitende mit Anforderungen konfrontiert, die ihre eigene Gesundheit und die Qualit\u00e4t ihrer Arbeit bedrohen. Diese allgegenw\u00e4rtige \u00dcberlastung und Selbstausbeutung muss sichtbar gemacht und reduziert werden (z.B. durch Erfassung von Arbeitszeiten und eine konsequente Ber\u00fccksichtigung und W\u00fcrdigung des Einsatzes in Gremien und in der Betreuung). Um die Einheit von Forschung und Lehre zu erhalten, m\u00fcssen au\u00dferdem auch bei st\u00e4rker in der Lehre engagierten Wissenschaftler*innen die Deputate nach oben begrenzt bleiben. Jede wissenschaftliche Dauerstelle sollte mit einem Anrecht auf turnusm\u00e4\u00dfige Forschungsfreisemester verbunden sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-base-2-background-color has-background\">9.&nbsp;&nbsp; Verantwortungsvoll gestaltete Internationalisierung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wissenschaftsinstitutionen legen erfreulicherweise zunehmend Wert auf Internationalisierung. Internationalisierung sollte aber weder ein blo\u00dfer Selbstzweck noch rein instrumentell motiviert sein, etwa durch die Aussicht auf Zusch\u00fcsse, spezielle Studiengeb\u00fchren oder allein zur Profilst\u00e4rkung. Internationale Studierende und Forschende m\u00fcssen nachhaltig in die bestehende Forschungslandschaft eingebunden werden. Insbesondere Personen aus einkommensschwachen Herkunftsl\u00e4ndern werden zu oft alleingelassen mit b\u00fcrokratischen H\u00fcrden, einem angespannten Wohnungsmarkt, Sprachbarrieren oder rassistischen Anfeindungen. Studierende sehen sich zudem oft mit Ungleichheiten bei den Zulassungsbedingungen konfrontiert, und ausl\u00e4ndische Bewerber*innen um Professuren kommen aufgrund stark formalisierter Anforderungsprofile regelm\u00e4\u00dfig nicht in die engere Wahl. Die h\u00e4ufig nur schwache soziale Einbindung von internationalen Studierenden und Forschenden, kombiniert mit starken de-facto Abh\u00e4ngigkeiten von einzelnen Gastgebenden (insbesondere in Zusammenhang mit dem Aufenthaltsrecht) beg\u00fcnstigen Machtmissbrauch.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch f\u00fcr Personen, die ihre Karrieren von Deutschland aus planen, ergeben sich Probleme aus den Mobilit\u00e4tsanforderungen der Internationalisierung, weil etwa Care-Verpflichtungen nicht in die Profile von Austauschprogrammen oder Fellowships passen und Auslandsaufenthalte f\u00fcr viele Menschen ohne deutschen Pass ungleich schwerer zu planen sind. Internationale Kooperationen und internationale Mobilit\u00e4t sollten als wesentliche Komponente der akademischen Arbeit f\u00fcr alle Beteiligten gleicherma\u00dfen zug\u00e4nglich und umsetzbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-base-2-background-color has-background wp-block-paragraph\">Als Sprecher*innen des Netzwerks Nachhaltige Wissenschaft:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Prof. Christina H\u00f6lzel (Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel)<\/li>\n\n\n\n<li>Prof. Daniel Leising (Technische Universit\u00e4t Dresden)<\/li>\n\n\n\n<li>Prof. Ruth Mayer (Leibniz-Universit\u00e4t Hannover)<\/li>\n\n\n\n<li>Prof. Katharina Meinecke (Universit\u00e4t des Saarlandes)<\/li>\n\n\n\n<li>Prof. Tilman Reitz (Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/netzwerk-nachhaltige-wissenschaft.de\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/NNW_Grundsaetze_Website_neu.pdf\">Text als pdf zum Download<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Profs, die sich dem Netzwerk anschlie\u00dfen wollen,&nbsp;k\u00f6nnen gerne mit Angabe ihrer Universit\u00e4t und Disziplin an kontakt@netzwerk-nachhaltige-wissenschaft.de schreiben.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Netzwerk Nachhaltige Wissenschaft (NNW) entstand im Mai 2024 im Zuge des Protests gegen das (novellierte) Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) aus der Initiative #ProfsFuerHanna. 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